Achtzehn

Wer freut sich nicht als Teenager auf einen „unvergesslichen 18.Geburtstag“ verbunden mit all‘ den positiven Veränderungen die ab dann gültig werden?

So war auch ich kurz vor meiner Volljährigkeit voller Erwartungen und Vorfreude – auf dieses „endlich erwachsen sein“!

Im Kopf hatte ich bereits eine Riesenparty geplant. Ich wollte diesen speziellen Tag ganz groß feiern, mit allen meinen Freunden und meiner Familie. Wie das Leben aber nun mal so spielt, wurde daraus ein stilles Fest, nur für mich. Ich erlebte meinen achtzehnten Geburtstag im Krankenhaus, liegend, ans Bett gefesselt, mit einer Dauerinfusion über einen zentralen Herzkather. Die Infusion sollte ein Blutgerinnsel  vollständig auflösen, welches sich an einer Venenwand festgesetzt hatte.

Tja, da lag ich nun also, mit dem Wissen um meine Volljährigkeit und all‘ den Veränderungen die mich seit meiner Krankenhauseinweisung tagtäglich begleiteten und herausforderten. Jeder neue Tag war  für mich ein Tag zuviel, an dem ich nicht wirklich „leben“ konnte und ich nicht in der Lage mein Leben endlich neu zu gestalten. Meine Geduld wurde während dieser Zeit hart auf die Probe gestellt. Dabei war ich es einfach satt nur da-zu-liegen und ab-zu-warten!

So kam es, dass ich genau an meinem achtzehnten Geburtstag sehr ungehalten wurde, schließlich konnte ich von da an für mich selbst entscheiden. Ich war endlich mein eigener Bestimmer! Resultierend darauf bestand ich an diesem Tag auf ein persönliches Gespräch mit dem Chefarzt und gab einfach keine Ruhe bis er endlich nachmittags an meinem Bett stand. Er suchte tatsächlich das persönliche Gespräche mit mir und ich machte meinem Unmut Luft, wollte unbedingt die Erlaubnis von ihm aufstehen zu dürfen. Wenigstens sollte er mir das Sitzen erlauben, statt diesem Dauerliegen. Mein Anliegen verpackte ich geschickt als besonderen Geburtstags-Wunsch, mit der Betonung welch eine Riesenfreude er mir doch damit machen würde. Für mich stand fest, das wäre das größte Geschenk überhaupt an diesem Tag! Doch auch das kam anders.

Der Chefarzt blieb stur! Er sah mich an und meinte nur: Das wäre gleich einem Freifahrt-Schein zum Friedhof und er könne somit auch den Totenschein bereits parat legen, wenn es denn
unbedingt mein Wille sei „aufzustehen“.

Ich war geschockt – und ja, ich glaube genau der Moment hat meinen achtzehnten Geburtstag (auch) unvergesslich gemacht, nur eben auf eine etwas andere Art, als gewöhnlich.

Heute weiß ich, dass das größte Geschenk, das Leben selbst ist und bleibt! (…auch an Weihnachten).

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