Vorsätze

Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass es für „gute Vorsätze“ keinen besonderen Anlass braucht, wie zum Beispiel Silvester. 

Manchmal jedoch ist man so in seinem Alltag festgefahren und die Gewohnheit gibt einem den Anschein, dass alles, so wie es ist, genau richtig ist – bis dann eben irgendein Ereignis, ein bestimmter Tag (meistens halt Silvester) uns aus der Gewohnheit wachrüttelt und zum Denken anregt. Hin und wieder entstehen aus diesen Gedanken dann auch Vorsätze, welche tatsächlich umgesetzt werden und zudem von Dauer sind.

In diesem Sinne finde ich Vorsätze eine wunderbare Sache.

Ich selbst zähle zu denen, die sich an Silvester und auch an bestimmten Ereignissen im Jahr Vorsätze für die kommende Zeit vornehmen. Rückblickend erfüllt es mich jedes Mal mit Stolz, wenn ich einen meiner Vorsätze erfolgreich umgesetzt habe. Dazu zählt auch heute noch ein ganz besonderer Vorsatz, den ich mir vor Jahren, während meiner „Todesangst“ vorgenommen hatte und der bis heute mein Leben prägt.

Ich habe es damals wahrlich geschafft Krankenschwester zu werden und Sterbenden beizustehen. Irgendwie war dieser Vorsatz wohl so eine Art Bestimmung und ich hatte zudem das Glück einer entsprechenden Ausbildung. Nach meiner Krankheitsgeschichte war das quasi mit ein Wunder, schließlich wurde zu der Zeit parallel ein Gendefekt meiner Gerinnung diagnostiziert und eine Thrombophilie schränkt schon auch „etwas“ ein. Umso dankbarer bin ich, dass es mir überhaupt möglich war (und immer noch ist) meinen Vorsatz umzusetzen.

Die Zeit der Ausbildung zur Krankenschwester habe ich sehr genossen. Neben „leben“ und Party feiern, war die Krankenpflege meine Wunsch-Erfüllung. Ich habe bereits im Laufe der drei Jahre als Schwestern- Schülerin, gezielt den Einsatz auf der Palliativ und Onkologie Station gewählt. So war es mir schon seinerzeit möglich „mehr als eine Hand“ zu halten und den Patienten, sowie Angehörigen Beistand zu leisten. Gleichzeitig hatte ich jedoch auch die ersten unerklärlichen Erfahrungen mit und durch „meine“ Patienten. Vieles habe ich anfangs allerdings verdrängt, wollte ich nicht wahrhaben, weil doch nicht sein kann, was eigentlich nicht sein darf. Zudem war es mir unheimlich. Mehr als einmal dachte ich „verrückt“ zu werden bzw. dass meine Einbildungskraft mir Streiche spielen würde. Als dann aber auch Ärzte und Kollegen mich darauf aufmerksam machten, begann ich zu akzeptieren was ich fühl(t)e und erleb(t)e.

Ich bin einfach „sensibel“ was den Tod und Sterbende betrifft und genau das macht empfänglich für „gewisse Dinge“ – oftmals erahne ich den „endgültigen Abschied“ von Patienten, aber auch von Menschen die mir nahe stehen und selbst wenn vieles unerklärlich bleibt, so weiß ich, dass es immer eine Verbindung zwischen „Himmel und Erde“, zwischen Lebenden und Toten geben wird…

Wobei ich wieder zum Anfang komme, zu den Vorsätzen, denn an dieser Stelle notiere ich einen für mich wichtigsten Vorsatz für das Jahr 2016:

„Zu dem stehen was ich mit bzw. durch Sterbende erlebe, was ich selbst bei meinem Herzstillstand erlebt habe und den entsprechenden Mut meine Erfahrungen mit anderen zu teilen, denen ich damit vielleicht ein wenig Trost und Hoffnung schenken kann.“

Zu guter Letzt, ganz gleich ob nun mit oder ohne irgendwelche Vorsätze, wünsche ich euch Allen ein wundervolles Schaltjahr 2016 !!!

Herzlichst, die Nelly 

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5 Kommentare zu „Vorsätze

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